Freitag, 14. September 2012

San Francisco

Wir fliegen nicht direkt nach SF sondern machen einen kurzen Stop in Los Angeles. Die Stadt sieht aus dem Flieger riesig und endlos aus. Wir haben aber leider nur wenig Zeit, so dass wir nix von der Stadt mitbekommen und gleich weiter fliegen. In SF angekommen steigen wir ins Taxi und lassen uns nach Down town zu unserem Hotel bringen. Auf dem Weg dahin fällt uns schon auf, wie sehr nebelverhangen SF ist. Es sieht aus, als ob eine Nebelqualle über die Berge rollt.
Kilian hat uns ein tolles Hotel organisiert. Wir sind nur ein paar Staßen vom Zentrum entfernt und haben unzählige Restaurants um uns herum. Am ersten Abend gibts Steak, Ofenkartoffel und Bier, herrlich!

Wir haben nur genau drei Tage Zeit und deshalb ein sehr volles Programm. Und Claudia will ja auch shoppen, das braucht ja allein viel Zeit. Und Kilian will unbedingt Fotos von der Golden Gate Brücke machen, das braucht ja auch viel Zeit. Wir fangen mit shoppen an und ergattern herrliche Sachen. Nach dem die 100 Tüten im Hotel abgeliefert sind, machen wir uns auf den Weg zum Cablecar. Wir tricksen die ca. 200 wartenden Touristen an der Endhaltestelle aus und springen an der ersten Haltestelle auf. Und los gehts. Unser lustiger Fahrer macht allerlei Späßchen und ist richtig in seinem Element, während er die Passagiere im Wagen verteilt ("da drüben noch zwei Mann bevor die Ampel grün wird! Hopp hopp hopp!"). Es geht steil bergauf und dann wieder rasant bergab. Das Cablecar hält übrigens immer mitten auf den Kreuzungen statt davor oder danach, das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Am Ende sind wir an der Fishermens Warf und werden sogar zu einem kleinen Fotoshooting vom Fahrer animiert, der sich auch gleich als Fotograph betätigt:


Endstation mit Blick auf die Hügel:
 

 Es ist Sonntag und halb SF scheint an der Fischmans Wharf zu sein.


Wir schlendern an den Piers entlang und beobachten die frechen Möwen, die sich gerne auf die Autodächer setzten:


Als nächstes entdecken wir Alcatraz. Es ist scheinbar sehr nahe vor der Küste aber dennoch hat es kein Häftling auf der Flucht geschafft, lebend an Land zu kommen. Wir wollen die Insel auch besuchen, die Touren sind aber für die nächsten Wochen komplett ausgebucht. Na toll. Da bleibt uns dann nur der Blick rüber, auch schön!



Dann gehts weiter zum berühmten Pier 39, wo sich das ganze Jahr über die Seelöwen tummeln, jetzt im Winter aber weniger als im Sommer, weil einige nach Norden in wärmes Wasser gezogen sind. Man hört schon von weitem die Rufe der Tiere und riechen kann man sie auch. Die meisten Tiere drängen sich auf einem einzigen der schwimmenden Pontons. Wieso allein hinlegen, wenn man auch toll über alle anderen rüberrobben :) kann, um sich dann zwischen die anderen zu kuscheln/drängeln? Da die Seelöwen direkt unter dem Fußgängerweg liegen, kann man sie ganz aus der Nähe betrachten.

Teilweise beobachten die Seelöwen auch die Menschen:





Dann geht es wieder in die Hügel hoch - zur Lombard Street, der "gewundensten Straße der Welt". Hier auf dem Foto rechts oben schon zu sehen.


Es geht verdammt steil hinauf.


Aber schließlich haben wir es geschafft. In der Lombard Street herrscht ziemlicher Stau. Und oben ist die Schlange der Autos, die darauf warten, endlich einbiegen zu dürfen, etwa 1 km lang. Natürlich sind das alles Touristen, die einmal die berühmte Straße entlangfahren wollen. Es regeln extra zwei Verkehrspolizisten den Zugang.


Aber die Aussicht über San Francisco ist schön, und von der Straße oben sieht man nach rechts direkt auf Alcatraz hinab.Wir schlendern oben noch ein wenig herum - hauptsächlich, weil die Cablecar-Station von hunderten Touristen belagert wird - und finden einen schönen kleinen Park mit einer Bank, von der man einen wunderbaren Blick hinab zum Eingang der San Francisco Bay hat. Über die Bucht spannt sich die Golden Gate Brücke, über die der Nebel vom Pazifik hineinrollt. Von diesem wundervollen und von Touristen verschonten Platz sieht man mal, wie lang die Brücke eigentlich ist!


Von hier laufen wir dann Richtung Zentrum durch die Stadt, vorbei an wundervollen kleinen Restaurants (viele französisch) und immer wieder haben wir einen tollen Blick durch die hügelige Stadt.


Schließlich im Hotel angekommen sind wir ziemlich fertig!

Den nächsten Tag beginnen wir mit einem leckeren illy-Kaffee zwischen unserem Hotel und dem Union Square, bevor wir dort nochmal in die Geschäfte hineinsehen. Endlich mal wieder richtig guter Kaffee!! So guten Kaffee hatten wir seit Laos nicht mehr! Zu Hause werden wir uns eine Espressomaschine besorgen!

Nachdem wir ein paar Schuhe gekauft haben, wobei mit "wir" natürlich Claudia gemeint ist, will Kilian endlich zur Golden Gate Brücke. Und er hat sich auch schon den perfekten Ort für ein Foto ausgesucht - also nehmen wir den Bus quer durch die Stadt, wobei wir merken, wie schlecht die Straßen San Franciscos teilweise sind, dann geht es mit einem anderen Bus zur Küste, und von dort sind es nur noch wenige Kilometer zu Fuß, erst an der Straße entlang, dann über einen Sandweg steil hinab zur Küste und dann am Strand lang und schließlich über Felsen zum geplanten Ort.
So gut der Plan auch war - leider zieht wieder dichter Nebel vom Pazifik in die Bucht. Von der Brücke sieht man nicht viel. Also klettern wir nicht weiter sondern kehren wieder um. 



Abends wird Claudia mit einem leckeren Abendessen bei einem super Italiener belohnt :)

Der nächste Tag startet mit einem langen Spaziergang die Shoppingmeile hinunter zum Ferrybuilding, welches als moderne Markthalle fungiert. Dort sind vor der Markthalle Landwirte aus der Umgebung, die frisches Obst und Gemüse anbieten. Der Anblick und der Duft ist einfach herrlich: Es gibt Blattsalate in 100 Varianten, genau wie Tomaten, Paprika und Radieschen. Es gibt herrliche Erdbeeren, Himbeeren, riesige Pfirsiche undundund:




Ausgewählte Produkte dieses Marktes werden dann zu unserem Mittagessen auf dem Platz hinter dem Ferrybuilding.


Nach der leckeren Stärkung geht es zuerst mit einer coolen alten Straßenbahn, ... 


... dann per Bus weiter zum Alamore Square, wo noch niedliche viktorianische Häuser stehen, hinter denen man das "moderne" San Francisco sehen kann.
Im Bus fuhren auch 3 lustige Althippies wie aus dem Bilderbuch mit, die sich mit dem halben Bus unterhalten haben.

Der Platz ist allerdings überlaufen von Touristengruppen - hauptsächlich Asiaten, die wie die Bekloppten Fotos machen. Wir haben auch Fotos gemacht, aber nicht wie die Bekloppten :)


Das war es dann auch schon mit drei vollgepackten Tagen San Francisco, denn am nächsten Morgen müssen wir noch vor dem Aufstehen raus zum Flughafen.

Wie fanden wir also San Francisco?

Kilian: Eigentlich wollte ich gar nicht nach San Francisco, das war mehr ne Notwendigkeit wegen fehlender Flüge direkt nach Südamerika. Überhaupt habe ich nie verstanden, warum man in so einer Großstadt Urlaub machen wollen sollte (hallo, das sagt der Parisliebhaber!). Das kann ich jetzt schon verstehen. San Francisco ist eine ziemlich abwechlungsreiche Stadt mit vielen Angeboten für Bewohner und Besucher, und hat auch ein interessantes Umland, das wir diesmal ausgelassen haben. Es ist viel weniger "amerikanisch", als ich mir das vorgestellt habe, definitiv weniger amerikanisch als Pittsburgh oder Nashville: Es gab kleine Restaurants und kleine Geschäfte, Fußgänger und Fußgängerwege, einen guten öffentlichen Nahverkehr etc., viele kleine Autos statt großer Schlitten.
Teilweise aber eben doch sehr amerikanisch: Überall Flaggen, Diners, an jeder Ecke steht ein Obdachloser, überall sind die Feuertreppen, die man aus amerikanischen Filmen kennt. Ich hatte sowieso die ganze Zeit das Gefühl, das irgendwo schon mal in einem Film gesehen zu haben. Hab ich wahrscheinlich auch.

Claudia: Landschaftlich, Architektonisch und Kulinarisch hat San Francisco echt viel zu bieten. Auch shoppen kann man herrlich. Es ist aber auch, wenn man abseits der Touripfade läuft, eine individuelle und sehr kreative, schöne Stadt, mit herrlichen Plätzen zum Alleine sein. Mir hat es richtig gut gefallen und wäre auch nicht traurig, wenn es uns durch einen Zufall noch mal in diese Stadt verschlagen würde!

Ciao, adios und auf Wiedersehen San Francisco...




Donnerstag, 13. September 2012

Neuseeland - Hobbiton, Ithilien und Mordor


Wir verlassen Auckland und machen uns auf den Weg ins Auenland zu den Hobbits.

Strasse in Auckland


Eigentlich kann man alles von Neuseelands Landschaft bis jetzt als Auenland bezeichnen. Überall sind wundervoll saftig-grüne grasige und bemooste Hügel (hier möchte man glatt Kuh oder Schaf sein!).

"Typischer" Hügel im Abendlicht


Die Straßen sind ganz gut ausgebaut, auch wenn man sich für deutsche Verhältnise eine Autobahn eher 3-spurig als einspurig vorstellt. Wir kommen grade noch rechtzeitig zur letzten Führung durch die Drehkulissen von Hobbiton. Wir werden mit ca. 100 Chinesen vor die Tore der Stadt gefahren. Auf der Fahrt erfahren wir von der rasanten Rennbusfahrerin ganz nette Dinge über den Dreh, den verrückten Pedanten Peter Jackson und die Farmer, denen das Land gehört, wo gedreht wurde. Welch Glückspilze, ich möchte nicht wissen, was die für den Dreh bzw. den bei der Stadt auf ihrem Grudstück bekommen haben?!
Als wir den Bus verlassen ist es wie ein Zeitsprung in den Film der Herr der Ringe. Wir stehen am Anfang des Dorfes, wo Gandalf am Anfang des Films mit seinem Wagen hineingefahren kommt. Es ist ganz still, die Sonne scheint und man glaubt wirklich die Stimmen, das Lachen und Arbeiten der Hobbits zu hören. Es ist alles zauberhaft, fast wie in einem Märchen. Überall sind die kleinen Hobbithöhlen mit den kleinen beblumten Vorgärten. Leider sind grade der See und der Pub abgesperrt, dort wird gebaut. Dafür sehen wir den Partybaum und Bilbos Haus mit dem "berühmten" Baum oben drauf, der wohl auch der teuerste Baum der Welt ist. Herr Peter Jackson fand nämlich keine Eiche schön genug. Daraufhin hat er kurzerhand eine Eiche gekauft, in Scheiben zur Farm schicken und sie da wieder zusammenkleben lassen. Da die Eiche so keine Blätter mehr bekam, wurden 100.000 thailändische Kunstblätter per Hand drangeklebt. Ein paar waren abgeweht und wir haben zwei eingesteckt.
Kilian hatte den Akku der Kamera extra aufgeladen aber blöderweise dann nicht in die Kamera eingelegt, so dass wir halt als einzige Besucher dort keine Fotos gamacht haben.

Dann machen wir uns auf Richtung Mordor und Ithilien, das liegt in Neuseeland nämlich tätsächlich nebeneinander - also fahren wir ins Zentrum der Nordinsel in den Tongariro Nationalpark.

Unser Luxussupercampervan


Dort gibt es drei Vulkane: den Tongariro, den Ruapehu und den Ngauruhoe, der als Vorbild für den Mount Doom hergehalten hat. Der Ruapehu ist relativ unerwartet etwa 10 Stunden bevor wir daran vorbeifahren ausgebrochen, mitbekommen haben wir davon nichts. Da auch immer dicke Wolken über den Bergen hingen, haben wir auch keine Rauchwolke gesehen. Auch die Asche scheint nur sehr begrenzt gefallen zu sein und ist wohl vom Regen schnell weggespült worden.

Mount Ngauruhe mit "Kiwi-Crossing-Schild:


Es durfte im Film aber nur ein Model oder überlagerter echter Vulkan gezeigt werden, da der Berg für die Maori heilig ist. Dass auf so etwas Rücksicht genommen wird, finden wir ziemlich vorbildlich. Insgesamt ist die Integration der Maori und der Respekt gegenüber den Maori in Neuseeland wesentlich gelungener als das, was wir in Australien gesehen und erlebt haben.

Im Nationalpark lässt es sich wunderbar durch moosigen, farnbestandenen Wald laufen.


Abgelöst wird der Wald immer mal wieder durch Heideflächen und überall gibt es kleine Gebrigsbäche...


... und natürlich Wasserfälle. Auch wenn die (wie ihr ja wisst ;) für uns nicht die Hauptattraktion sind. Hier übrigens der Wasserfall, an dem Gollum verbotenerweise den Fisch gefangen hat:


Und hier noch ein anderer, dieser ganz unbeteiligt am Film:


Weiter oben an den Vulkanen endet dann erst der Wald und dann auch die Heide. Ganz oben, wo Mordor liegt, wird fleißig Ski gefahren. Wir fahren hoch. Faszinierend, wie sich die Landschaft ändert und dann glaubt man sich tatsächlich in den Weiten von Mordor.
An ziemlich dieser Stelle hat Sauron damals den Ring "verloren":


Und diese Wände hat man doch im Film auch schon gesehen:


Die genaue Stelle der Wand und des Tore zu Mordor haben wir nicht erreicht (unpassierbar im Winter), aber die Felslandschaften errinnern deutlich an den Film. Aber auch ohne Film ist diese Landschaft sehr beeindruckend - trotzdem wird man das Gefühl nicht los, sich hier immer durch den Herrn der Ringe zu bewegen.

Nach 3 Tagen voller Waldspaziergänge und unserer höchsten (und kältesten!!) Nacht im Camper (1100m unterhalb des Tongariro-Skigebiets) machen wir uns aber wieder auf dem Weg nach Auckland, diesmal um das Land in Richtung Amerika zu verlassen.

Wir wären nicht wir, wenn wir nicht kurz etwas über das kulinarische Highlight der neuseeländischen Küche schreiben würden! Es gibt hier die größten Miesmuscheln (Grünschalenmuscheln), die wir je gesehen und gegessen haben. In den Supermärkten gibt es extra Bewässerungsbecken für diese Leckerein und günstig sind die auch noch. Unten auf dem Bild könnt ihr die Größe der Muschel im Vergleih zu einer Gabel sehen, die Gabel ist wesentlich kleiner, als das Muschelfleisch:


Hier noch ein paar Eindrücke vom Weg:





Neuseeland ist wirklich landschaftlich beeindruckend, hat freundliche und zugängliche Menschen, die nicht immer obercool sein müssen (das war ein Seitenhieb gegen die Australier). Es ist ein großer Abenteuerspielplatz mit vielen unterschiedlichen Angeboten, die alle recht schnell zu erreichen sind. Der Weg zwischen den Vulkanen quer durch den Tongariro Nationalpark würde mich wirklich noch mal interessieren..Und wir haben nur die Nordinsel gesehen. Und es liegt verdammt nah an der Südsee - alles Gründe, mal wiederzukommen! ... Irgendwie wird die Liste mit Wunschzielen nicht kürzer...

Sonntag, 26. August 2012

Neuseelands Nordland: Meer, Kühe und Riesenbäume

Wir kommen schrecklich früh erneut in Neuseeland an. Wir warten im Flughafen bis das Hotel aufmacht, denn wir wollen den ersten Tag ganz ruhig in Auckland verbringen. Bei der Überfahrt zur Nordküste gegenüber von Auckland ist es immernoch recht früh und die Skyline ist noch im Nebel:


Am nächsten Tag holen wir unseren Camper ab. Mit diesem Camper haben wir großes Glück - wir bekommen ein Upgrade auf einen tollen Mercedes Sprinter. Innen haben wir alles (vor allem viiiiel Platz) - großen Kühlschrank, Herd, Mikrowelle, Toillette, Dusche und natürlich ein Bett. Und er fährt sich super!

Zuerst erkunden wir den nördlichen Teil der Nordinsel, der passenderweise "Northland" heißt. Es gibt auch Eastland und ganz im Süden Neuseelands noch Southland, da weiß man wenigstens gleich, wo was liegt :)
Nach Tonga fällt uns die ernome Verfügbarkeit von jeder Art Essen auf, sogar am Sonntag. Speziell in Auckland gibt es überall kleine Restaurants, Japaner, Koreaner, Inder, Burger, Mediterran, alles. Das ist schon komisch, man nimmt das sonst so als gegeben hin, jetzt fällt es uns deutlich auf.

Die Landschaft ist wirklich schön - satte grüne Hügel mit Kühen, dazwischen dunkle Wälder und nie ist man weit von der Küste entfernt. Neuseeland sieht ungefähr so aus wie die Schweiz, aber in mediterranerem Klima und mitten im Meer.

Hügel mit Kühen:


Wald, wobei die Vegetation doch deutlich anders aussieht als bei uns:


Und drumherum ist viel Meer:


Das Wetter ändert sich im Minutentakt von Sonne zu Platzregen. Plötzlich stürmt es und dann reißt es auf und ist wieder super schön und man sieht tolle Regenbögen (etwa 3 Stück am Tag), wie diesen hier:



Die Straßen sind ziemlich kurvig - wir fahren an einem Tag ungefähr soviele Kurven wie in Australien in einer Woche. Außerdem geht es wegen der Hügel auch immer von ganz unten nach ganz oben und wieder runter (wie Grobi sagen würde: Jetzt bin ich oben und hier gaaaaaaaaaaaaaaanz unten)

Kurvige Straße durch den Wald:


Dafür wird man oben auch immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt wie diesen hier (man beachte hinter uns den Strand und das Meer ;)





Schön sind die vielen wilden Callas am Wegesrand:
 

Wir stehen an wirklich schönen Campingplätzen, oft direkt am Meer. Hier mal die Sicht aus unserem Campervan:


Und mal genießen wir die Aussicht von oben aufs Meer, die herrliche Sonne und ein Glas Sekt.


Da die Entfernungen zwischen unseren Stationen nicht ganz so weit sind wie in Australien, haben wir Zeit für Spaziergänge am Meer. Hier mal ein paar Bilder von einem dieser Spaziergänge:




Das die Entfernungen hier nicht so groß sind, ist toll. Wenn man in Auckland leben würde, man hätte es nie weit: man ist schnell am Strand zum Surfen, schnell in den Bergen zum Skifahren oder schnell im dichten Wald zum Wandern.

Nordland hat noch ein paar verbliebene Kauri-Wälder. Kauris sind riesige, immergrüne Koniferen. Als die Europäer ankamen, wurden sie in großer Zahl gefällt, weil sie sehr hartes und wetterbeständiges Holz haben, dass dabei trotzdem relativ leicht ist. Außerdem haben sie lange und gerade Stämme, die sich super für Schiffsmasten eigneten.
Mittlerweile ist das Schlagen dieser Bäume verboten, und die bestehenden Wälder werden stark geschützt. Zum Ökosystem der Kauriwälder gehören z.B. auch die Kiwis (die Vögel), außerdem riesige Schnecken, deren Gehäuse unsere Weinbergschnecken wie Zwerge aussehen lassen und eine Schlangenart, die diese Schnecken frisst.
Es gibt immernoch Kauriholz zu kaufen - aber das stammt von sogenannten Sumpf-Kauris. Bäume, die heute aus den Sümpfen des Nordens gegraben werden. Diese Baumstämme sind bis zu 30.000 Jahre (!!!) alt, und trotzdem kann man sie verwenden, so beständig ist ihr Holz!  

Den ersten Versuch, diese Bäume zu sehen, genauer 3 der 10 größten plus Nummer 11 und 12, mussten wir leider 3 km vorm Ziel aufgeben und umdrehen - die Straße war wegen des vielen Regens unpassierbar geworden. Eigentlich hätten wir wohl gar nicht so weit fahren sollen, wie wir gefahren sind, so schlecht war die Straße. Auch das Umdrehen mit dem 7,20 m Auto war dann gar nicht so leicht.

Naja, beim zweiten Versuch an zugänglicher Stelle haben wir uns den größten und den dicksten dieser Bäume ansehen können.

Der größte Kauri ist der Tane Mahuta, der Gott des Waldes. Dieser Baum ist etwa 1500 Jahre alt! Nach der Überlieferung der Maori eigentlich das Kind von Vater Himmel und Mutter Erde, hat er sich beim Wachsen zwischen die beiden gestellt und sie ein wenig auseinander gedrückt, und so Platz für Tiere und Menschen geschaffen.

Der Tane Mahuta:


Der Baum hat einen Stammumfang von über 14 m, also mehr als 4 m Durchmesser, was man auf dem Foto nicht wirklich sieht. Der Stamm ist fast 20 m hoch, der gesamte Baum über 51 m hoch! Und in der Krone leben über 200 Epiphyten!

Und weil die Größe so schwer zu erkennen war, hier mal ein paar wesentlich kleinere Kauris mit Claudia, die sich als Größenvergleich zur Verfügung gestellt hat.

Die "4 Schwestern" (biologisch nicht ganz korrekt, da Kauri-Bäume sowohl männlich als auch weiblich sind). Man beachte Claudia unten rechts!


Und noch ein weit weniger großes, unbenanntes Exemplar, das direkt am Weg steht:


Und dieses Foto ohne Größenvergleich, weil wir es einfach schön finden ;)


Und dann sind wir noch zum ehemals zweitgrößten Kauri gelaufen, immernoch der dickste mit fast 17 m Stammumfang. Vor ein paar Jahren hat ein Sturm den Hauptast abgerissen, so dass es jetzt 30 m kleiner ist als vorher.


Die Bäume und der umliegende Wald strahlen eine tiefe Ruhe aus, vielleicht, weil diese Bäume so alt sind. Oder so stoisch.

Kilian: In der letzten Nacht, bevor wir nach Auckland zurückkehren, ist Vollmond. Dieses Bild habe ich aufgenommen, als ich noch ein paar Glühwürmchen ansehen gegangen bin. Das 450er Tele ist sooo toll (Erklärung von Claudia: Hierbei handelt es sich um ein Objektiv für die Kamera!)