Kilian hat uns ein tolles Hotel organisiert. Wir sind nur ein paar Staßen vom Zentrum entfernt und haben unzählige Restaurants um uns herum. Am ersten Abend gibts Steak, Ofenkartoffel und Bier, herrlich!
Wir haben nur genau drei Tage Zeit und deshalb ein sehr volles Programm. Und Claudia will ja auch shoppen, das braucht ja allein viel Zeit. Und Kilian will unbedingt Fotos von der Golden Gate Brücke machen, das braucht ja auch viel Zeit. Wir fangen mit shoppen an und ergattern herrliche Sachen. Nach dem die 100 Tüten im Hotel abgeliefert sind, machen wir uns auf den Weg zum Cablecar. Wir tricksen die ca. 200 wartenden Touristen an der Endhaltestelle aus und springen an der ersten Haltestelle auf. Und los gehts. Unser lustiger Fahrer macht allerlei Späßchen und ist richtig in seinem Element, während er die Passagiere im Wagen verteilt ("da drüben noch zwei Mann bevor die Ampel grün wird! Hopp hopp hopp!"). Es geht steil bergauf und dann wieder rasant bergab. Das Cablecar hält übrigens immer mitten auf den Kreuzungen statt davor oder danach, das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Am Ende sind wir an der Fishermens Warf und werden sogar zu einem kleinen Fotoshooting vom Fahrer animiert, der sich auch gleich als Fotograph betätigt:
Endstation mit Blick auf die Hügel:
Es ist Sonntag und halb SF scheint an der Fischmans Wharf zu sein.
Wir schlendern an den Piers entlang und beobachten die frechen Möwen, die sich gerne auf die Autodächer setzten:
Als nächstes entdecken wir Alcatraz. Es ist scheinbar sehr nahe vor der Küste aber dennoch hat es kein Häftling auf der Flucht geschafft, lebend an Land zu kommen. Wir wollen die Insel auch besuchen, die Touren sind aber für die nächsten Wochen komplett ausgebucht. Na toll. Da bleibt uns dann nur der Blick rüber, auch schön!
Dann gehts weiter zum berühmten Pier 39, wo sich das ganze Jahr über die Seelöwen tummeln, jetzt im Winter aber weniger als im Sommer, weil einige nach Norden in wärmes Wasser gezogen sind. Man hört schon von weitem die Rufe der Tiere und riechen kann man sie auch. Die meisten Tiere drängen sich auf einem einzigen der schwimmenden Pontons. Wieso allein hinlegen, wenn man auch toll über alle anderen rüberrobben :) kann, um sich dann zwischen die anderen zu kuscheln/drängeln? Da die Seelöwen direkt unter dem Fußgängerweg liegen, kann man sie ganz aus der Nähe betrachten.
Teilweise beobachten die Seelöwen auch die Menschen:
Dann geht es wieder in die Hügel hoch - zur Lombard Street, der "gewundensten Straße der Welt". Hier auf dem Foto rechts oben schon zu sehen.
Aber schließlich haben wir es geschafft. In der Lombard Street herrscht ziemlicher Stau. Und oben ist die Schlange der Autos, die darauf warten, endlich einbiegen zu dürfen, etwa 1 km lang. Natürlich sind das alles Touristen, die einmal die berühmte Straße entlangfahren wollen. Es regeln extra zwei Verkehrspolizisten den Zugang.
Aber die Aussicht über San Francisco ist schön, und von der Straße oben sieht man nach rechts direkt auf Alcatraz hinab.Wir schlendern oben noch ein wenig herum - hauptsächlich, weil die Cablecar-Station von hunderten Touristen belagert wird - und finden einen schönen kleinen Park mit einer Bank, von der man einen wunderbaren Blick hinab zum Eingang der San Francisco Bay hat. Über die Bucht spannt sich die Golden Gate Brücke, über die der Nebel vom Pazifik hineinrollt. Von diesem wundervollen und von Touristen verschonten Platz sieht man mal, wie lang die Brücke eigentlich ist!
Von hier laufen wir dann Richtung Zentrum durch die Stadt, vorbei an wundervollen kleinen Restaurants (viele französisch) und immer wieder haben wir einen tollen Blick durch die hügelige Stadt.
Schließlich im Hotel angekommen sind wir ziemlich fertig!
Den nächsten Tag beginnen wir mit einem leckeren illy-Kaffee zwischen unserem Hotel und dem Union Square, bevor wir dort nochmal in die Geschäfte hineinsehen. Endlich mal wieder richtig guter Kaffee!! So guten Kaffee hatten wir seit Laos nicht mehr! Zu Hause werden wir uns eine Espressomaschine besorgen!
Nachdem wir ein paar Schuhe gekauft haben, wobei mit "wir" natürlich Claudia gemeint ist, will Kilian endlich zur Golden Gate Brücke. Und er hat sich auch schon den perfekten Ort für ein Foto ausgesucht - also nehmen wir den Bus quer durch die Stadt, wobei wir merken, wie schlecht die Straßen San Franciscos teilweise sind, dann geht es mit einem anderen Bus zur Küste, und von dort sind es nur noch wenige Kilometer zu Fuß, erst an der Straße entlang, dann über einen Sandweg steil hinab zur Küste und dann am Strand lang und schließlich über Felsen zum geplanten Ort.
So gut der Plan auch war - leider zieht wieder dichter Nebel vom Pazifik in die Bucht. Von der Brücke sieht man nicht viel. Also klettern wir nicht weiter sondern kehren wieder um.
Abends wird Claudia mit einem leckeren Abendessen bei einem super Italiener belohnt :)
Der nächste Tag startet mit einem langen Spaziergang die Shoppingmeile hinunter zum Ferrybuilding, welches als moderne Markthalle fungiert. Dort sind vor der Markthalle Landwirte aus der Umgebung, die frisches Obst und Gemüse anbieten. Der Anblick und der Duft ist einfach herrlich: Es gibt Blattsalate in 100 Varianten, genau wie Tomaten, Paprika und Radieschen. Es gibt herrliche Erdbeeren, Himbeeren, riesige Pfirsiche undundund:
Ausgewählte Produkte dieses Marktes werden dann zu unserem Mittagessen auf dem Platz hinter dem Ferrybuilding.
Nach der leckeren Stärkung geht es zuerst mit einer coolen alten Straßenbahn, ...
... dann per Bus weiter zum Alamore Square, wo noch niedliche viktorianische Häuser stehen, hinter denen man das "moderne" San Francisco sehen kann.
Im Bus fuhren auch 3 lustige Althippies wie aus dem Bilderbuch mit, die sich mit dem halben Bus unterhalten haben.
Der Platz ist allerdings überlaufen von Touristengruppen - hauptsächlich Asiaten, die wie die Bekloppten Fotos machen. Wir haben auch Fotos gemacht, aber nicht wie die Bekloppten :)
Das war es dann auch schon mit drei vollgepackten Tagen San Francisco, denn am nächsten Morgen müssen wir noch vor dem Aufstehen raus zum Flughafen.
Wie fanden wir also San Francisco?
Kilian: Eigentlich wollte ich gar nicht nach San Francisco, das war mehr ne Notwendigkeit wegen fehlender Flüge direkt nach Südamerika. Überhaupt habe ich nie verstanden, warum man in so einer Großstadt Urlaub machen wollen sollte (hallo, das sagt der Parisliebhaber!). Das kann ich jetzt schon verstehen. San Francisco ist eine ziemlich abwechlungsreiche Stadt mit vielen Angeboten für Bewohner und Besucher, und hat auch ein interessantes Umland, das wir diesmal ausgelassen haben. Es ist viel weniger "amerikanisch", als ich mir das vorgestellt habe, definitiv weniger amerikanisch als Pittsburgh oder Nashville: Es gab kleine Restaurants und kleine Geschäfte, Fußgänger und Fußgängerwege, einen guten öffentlichen Nahverkehr etc., viele kleine Autos statt großer Schlitten.
Teilweise aber eben doch sehr amerikanisch: Überall Flaggen, Diners, an jeder Ecke steht ein Obdachloser, überall sind die Feuertreppen, die man aus amerikanischen Filmen kennt. Ich hatte sowieso die ganze Zeit das Gefühl, das irgendwo schon mal in einem Film gesehen zu haben. Hab ich wahrscheinlich auch.
Claudia: Landschaftlich, Architektonisch und Kulinarisch hat San Francisco echt viel zu bieten. Auch shoppen kann man herrlich. Es ist aber auch, wenn man abseits der Touripfade läuft, eine individuelle und sehr kreative, schöne Stadt, mit herrlichen Plätzen zum Alleine sein. Mir hat es richtig gut gefallen und wäre auch nicht traurig, wenn es uns durch einen Zufall noch mal in diese Stadt verschlagen würde!
Ciao, adios und auf Wiedersehen San Francisco...

























































